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Anlässlich ihres Album-Debüts „Overcoming the Archetype“ war es Zeit, den Jungs der AB/WÜ-Connection von Today We Rise einige Fragen zur bisherigen Historik der Bandgeschichte zu stellen. ABhörer Dimitrios Charistes standen in diesem Zusammenhang die Mitglieder Erik, Joe und Sebastian Rede und Antwort...
ABhörn: Aus welcher Motivation heraus wurden TWR gegründet? Erik: Today We Rise wurde im Herbst 2005 von Jens und mir gegründet. Entstanden ist das Ganze aus der Idee zum Spaß als Aschaffenburger in Würzburg Mucke zu machen, die uns gefällt und einfach mal wieder das Instrument zu bedienen. Nach einigen Line-Up-Wechseln entstand dann 2007 das "heutige" Today We Rise: Sebastian Klinger (Bass), Roberto Raab (Vocals), Erik Albert (Guitar), José Garcia (Guitar), Jens Junker (Drums). Letztlich kann man betonen, dass TWR der gemeinsame Nenner von uns 5 ist. Wir versuchen keine Musik in irgendeinem Speziellen Genre zu machen, sondern produzieren einfach das was gefällt.
ABhörn: Wie ist es zum Record-Deal mit Let It Burn Records gekommen? Erik: Durch die eigenen Aufnahmen im Jahr 2005 (Demo2k7) und 2008 konnte dann Chris von Let It Burn Records von unserer Qualität überzeugt werden und bringt jetzt „Overcoming the Archetype“ raus. Außerdem war die Tatsache, dass wir im Laufe der letzten Jahre einen Haufen Shows und immer wieder mit Bands spielen konnten die wir schon seit unserer Jugend gut fanden (Sick Of It All, Madball, Walls Of Jericho etc.). ABhörn: Welche Vorteile habt ihr als Band auf dem Label? Erik: Zunächst einmal gibt es uns als Band ein großartiges Gefühl, dass Leute wie Chris von LIB uns das Vertrauen entgegen bringen, die CD mit uns zu machen. Durch die Unterstützung von LIB haben wir es wesentlich einfacher an wichtige Kontakte in der Szene zu kommen. Seien es Promoter für Konzerte, Designer für Artworks oder auch andere Bands mit denen wir Konzerte spielen können. Äußerst positiv ist auch das "Management" das man durch die Betreuung bekommt. Man profitiert durch die Erfahrungen, die Chris in den letzten Jahren mit seinem Label gemacht und kommt dadurch schneller voran. ABhörn: Erzählt doch bitte etwas über die Entstehungsgeschichte zum neuen Album und auch über das inhaltliche in euren Lyrics... Erik: Das Album entstand aus zwei Teilen. Zunächst sollte 2007 eine EP mit fünf Tracks veröffentlicht werden. Diese Idee verwarfen wir aber wieder und nahmen im darauf folgenden halben Jahr nochmals fünf Songs auf, um das Album komplett zu machen. Die Songs spiegeln also das musikalische Schöpfen von TWR der Jahre 2006 bis 2008 wieder und haben deshalb eine relativ große Bandbreite. Zu bemerken ist noch, dass die komplette Aufnahme in Eigenregie durchgeführt wurde. Zum Mix und Mastern gingen die Tracks dann in das MixBox-Studio von Larry Fricke in Aschaffenburg. Vor allem aber durch den Einstieg unseres Gitarristen Joe im Sommer 2007 bekam unser Sound nochmals eine neue Note, die sich in den neueren Songs widerspiegelt (siehe „Empire Vs. The Mind“, „Second To None“). Joe: Zum Thema Lyrics: die Lyrics und auch der Titel "Overcoming the Archetype" lassen sich sicherlich mit dem Ansatz "THINK FOR YOURSELF" beschreiben. Ansätze für Lyrics sind sowohl aus persönlichen Erlebnissen, aber auch aus der aktuellen, politisch-sozialen Lager heraus entstanden. Wir wollen Denkansätze liefern, ohne zu predigen - Allerdings sehen wir TWR nicht unbedingt als politisch motivierte Band. Eine Aussage wollten wir aber allein schon wegen unseres Bandnamens treffen.
ABhörn: Wo wird das Album überall erhältlich sein?
Joe: Gekauft werden kann das Album bei den einschlägigen Mailorder-Katalogen (Greenhell, Fligh13, etc.) und auch direkt bei uns bzw. unserem Label. Am besten natürlich direkt bei uns auf dem Shows. ;) ABhörn: Szene hin, Szene her...wie seht ihr die aktuelle Entwicklung der HC-Szene, und mit welchen persönlichen Inhalten könnt ihr euch (noch) identifizieren?
Joe: Hardcore ist sicherlich mehr als nur Musik und Trend. Es gehören mit Sicherheit auch das Vermitteln von Denkanstössen und alternativen Meinungen dazu. In keinem anderen Musikbereich wird die "DIY"-Mentalität so "gelebt" wie im HC. Das hat sicherlich auch viel mit uns und auch unserer Einstellung zur "Szene" zu tun. Ich denke das der Grundgedanke des HC immer positiv war und nach wie vor positiv ist - jeder kann sein Ding machen, ohne schräg angeschaut zu werden, nur weil er/sie "irgendwie anders" ist. Eine starke Szene fördert immer auch starke Bands, die einfach ihr Ding durchziehen, ohne sich von Trends und medialer Meinungsmache abschrecken zu lassen. Für uns ist diese "Szene" also wichtig - abgrenzen wollen wir uns aber natürlich auch nicht. Wie gesagt, JEDER ist eingeladen. Sebastian: Ach, diese so genannte Szene muss man zweigeteilt betrachten. Ich denke, wir brauchen nicht darüber zu reden, dass die HC-Szene in den letzten Jahren einen zuvor nie existierenden Hype erlebt hat - das dürfte auch der letzte gemerkt haben. Das wird sich auch bald wieder gesundschrumpfen, sobald diese Szenenomaden weitergewandert sind. Ich denke momentan sind diese ganzen neuen „Death-Core-Bands“ der aktuelle Hype. So wirklich mit der Hardcore-Szene habe aus der Band nur ich zu tun, also einer von fünf. Aber wir machen mit TWR unser eigenes musikalisches Ding, mit Texten über Themen, die uns beschäftigen, Situationen, die uns passiert sind oder Missstände, die uns zur Weißglut bringen, ohne uns reinreden zu lassen. So und jetzt kann jeder selbst entscheiden, ob das was mit Hardcore zu tun hat oder nicht.
ABhörn: Welche Bands gehören nach wie vor zu euren größten Einflüssen und haben damit Vorbildcharakter? Joe: Das ist bei uns sehr gemischt. Das geht sicherlich bei alten Metal-Helden wie Metallica und Slayer los, über viel Old School Hardcore (Sick Of It All, Madball), Post HC (Snapcase, Quicksand), aber auch softere Sachen wie die Deftones oder Foo Fighters sind gern gehört. Wer gute Songs schreibt hat bei uns generell gute Karten.
ABhörn: Nachdem ihr nun bereits mit den Größen des Hardcore die Bühne geteilt habt, welche Bands wären nach wie vor eure Wunschkandidaten?
Joe: Klar, war es eine Riesensache für uns mit z.B. Madball und Sick Of It All die Bühne zu teilen...es gibt sicherlich Wunschkandidaten, aber das sind so viele... Sebastian: Mit den Größen des Hardcore sprichst du mit Sicherheit Madball und Sick Of It All an. Nun ich denke das sind zwei von vielen, vielen Bands, mit denen wir noch nicht die Bühne teilen durften, die man ebenfalls als Größen bezeichnen darf. Für mich wäre es natürlich ein Highlight mit Agnostic Front auf der Bühne zu stehen, aber man muss sich nur auf dem nationalen Sektor umschauen, um genug "Hardcore-Größen" zu finden. Was leider nicht mehr möglich ist, wäre eine Show mit Sidekick zu spielen.
ABhörn: Welche aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Themen beeinflussen euch, so dass sie euch zur Inspiration dienen?
Joe: Die Frage nach politischen Themen als Einfluss ist schwer zu beantworten, da irgendwie jedes Statement, dass man abgibt indirekt politisch ist. Wie bereits erwähnt: wir geben Ansätze, wollen aber nicht predigen.
ABhörn: In kaum einer anderen Musik-Szene wird der sogenannte „Unity-Gedanke“ derart gepflegt wie im Hardcore. Welchen nationalen HC-Bands, mit denen ihr euch verbunden fühlt, wird eurer Meinung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?
Joe: Generell erhält jede Band, die sich bemüht, ehrliche und eigene Musik zu machen, irgendwann die Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Wenn man dranbleibt und wirklich viele Shows spielt, gute Songs aufnimmt und einfach viel für die Band macht, dann wird das irgendwann den Leuten auffallen. Leider ist es im Metal/HC-Bereich nicht so, dass die breite Masse eine Band danach beurteilt, wie talentiert sie ist oder wie viele geniale Songs die Band hat. Populär wird im "Mainstream"-Bereich, wer das beste Promo-Budget bei seinem Label locker machen kann. "Alternativer" Musik wird also generell zu wenig vom Kuchen zugeteilt. National fühlen wir uns besonders mit Teamkiller und Final Prayer verbunden, die uns gezeigt haben, wie man es mit guten Songs, harter Arbeit und vielen, vielen Shows schafft, ohne viel Promo sehr bekannt zu werden. Sebastian: Ich denke, dass jede Band die zu 100% hinter dem steht was sie macht, früher oder später die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient, wie die Würzburger Jungs von Time´s Up, oder schon zu den etablierten Bands der Szene gehören, wie etwa unsere Freunde von Teamkiller oder Final Prayer.
ABhörn: Wie steht ihr zu szenetypischen Problemen wie "Violent Dancing" oder dem "Fashion"-Wahnsinn?
Joe: Generell sind wir nicht für Gewalt, egal in welcher Form. Der Name "Violent Dancing" impliziert ja schon, dass es hier einen Geschädigten geben muss. Meist sind das die Leute die zu einer Show kommen, um gute Bands zu sehen und zu supporten und eben ungern dabei irgendwelche Körperteile ins Gesicht bekommen wollen. Ein "Circlepit" oder eine "Wall of Death" ist da schon was anderes, da weiss ja jeder worauf er/sie sich einlässt und kann auch nach hinten oder zur Seite gehen, wenn es zu heftig wird. Solange die Leute auf sich und andere aufpassen ist alles okay. Zum Fashion-Wahn, den du ansprichst: na ja, Bandshirts nur der Motive wegen zu tragen und keinen einzigen Song der Band zu kennen ist schon irgendwie komisch, aber auf der anderen Seite hilft es den Bands. Jeder wie er/sie will also.... Sebastian: Ach Pogo, Stagedives und Mosh gibt es nicht erst seit ein paar Jahren auf HC-Shows. Und auch mit 15 habe ich schon Basecaps getragen. Das einzige Verwerfliche daran ist, dass es gerade beim "Tanzen" immer mehr ein Gegeneinander als ein Miteinander ist, bzw. die beiden von dir angesprochenen Themen Grund für Leute sind, sich zur Hardcore-Szene zu bekennen.
ABhörn: Welche Message habt ihr an eure Hörer und Supporter da draußen? Was können alle dazu beitragen, die Szene harmonischer zu gestalten und wieder zum ursprünglichen Unity-Charakter zu führen, ohne auf Konkurrenz oder Neider Rücksicht zu nehmen?
Joe: Denkt einfach über euer Handeln nach - macht euch euere EIGENEN Gedanken - supportet die Szene, denn sie ist oft der letzte Freiraum, den man weitestgehend selbst gestalten kann. Das fasst es wohl gut zusammen.
Sebastian: Wir sind nicht die "Szenepolizei", die sich anmaßt, anderen Ratschläge zu geben. Geht weiterhin auch auf jede noch so kleine Show und hängt dort ab. Nur so kann man die Bands, die lokalen Treffpunkte und die Gemeinschaft am Leben erhalten. So was geht nicht von zu Hause vom Rechner aus. ABhörn: Abschließend...gibt es ein Band-Statement, mit dem man Today We Rise in Zukunft in Verbindung bringen sollte?
Joe: Today We Rise > Overcoming The Archetype
ABhörn dankt für das Interview und wünscht der Band viel Erfolg auf dem weiteren musikalischen Weg. (dc)
 Today We Rise auf MySpace Pic von Eriks und Robertos früherer Band Dropp D Die „andere“ Band von Jens: IF aus Aschaffenburg
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